Claude Sonnet 5.5: das Mittelklasse-Modell rückt an Opus heran
Nur eine Woche nach Opus 5.5 hat Anthropic Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht. Das mittlere Modell der Familie soll über 30 Prozent schneller arbeiten, kostet pro Token gleich viel wie sein Vorgänger und kommt in vielen Tests nah an Opus 5.5 heran.
Das zweite Modell der 5.5-Familie
Am 28. September 2026 hat Anthropic das Modell Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht, genau eine Woche nach Opus 5.5. Sonnet ist bei Anthropic die mittlere Größe zwischen dem kleinen Haiku und dem großen Opus. Das neue Modell ist in Claude, in Claude Code, über die API und bei den Cloud-Anbietern AWS, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar.
Was Anthropic angibt
- Tempo: mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5
- Kosten: unveränderter Preis von 2 Dollar pro Million Input-Token und 10 Dollar pro Million Output-Token. Weil das Modell weniger Token braucht, soll eine Aufgabe bis zu 30 Prozent günstiger werden.
- Coding und Agenten: Terminal-Bench 4.0 mit 70,6 Prozent, Sonnet 5 kam hier nur auf 10,3 Prozent
- Wissensarbeit: GDPval-AA mit 1844 Punkten, fast gleichauf mit Opus 5.5 (1846)
Alle Zahlen stammen vom Hersteller. Ein kleineres Modell Haiku 5.5 soll in den kommenden Wochen folgen.
Schutzmechanismen
Zum ersten Mal bekommt ein Sonnet-Modell dieselben Cybersicherheits-Schutzmaßnahmen wie Opus 5.5: Erkennt das System riskante Anfragen in diesem Bereich, antwortet das ältere Sonnet 5. Neu sind außerdem Klassifikatoren, die verhindern sollen, dass Angreifer die internen Denkschritte des Modells auslesen.
Einordnung
In Praxistests von YouTube-Kanälen wie WorldofAI und AI Search fällt Sonnet 5.5 durch starke Ergebnisse auf, aber auch durch einen hohen Tokenverbrauch bei maximalem Denkaufwand. Daran sieht man gut, dass der Preis pro Token nur die halbe Wahrheit ist. Entscheidend ist, wie viele Token ein Modell für eine Aufgabe tatsächlich verbraucht. Wer KI-Modelle vergleicht, sollte deshalb immer auf die Kosten pro gelöster Aufgabe schauen und nicht nur auf die Preisliste.