Statistik & Datenauswertung
Streumaße - Spannweite, Varianz, Standardabweichung
Lernziele dieser Lektion
- Sie verstehen, warum Lagemaße (Mittelwert, Median) allein nicht ausreichen
- Sie berechnen die Spannweite als einfachstes Streumaß
- Sie berechnen Varianz und Standardabweichung und kennen den Unterschied in der Einheit
- Sie bestimmen Quartile und den Interquartilsabstand (IQR)
- Sie wählen für eine gegebene Fragestellung ein passendes Streumaß
Warum Lagemaße nicht genügen
In Modul 12 Lektion 1 haben Sie drei Lagemaße kennengelernt: Mittelwert, Median und Modus. Sie beschreiben, wo das Zentrum einer Datenverteilung liegt. Doch Daten unterscheiden sich nicht nur im Zentrum, sondern auch darin, wie weit sie sich um das Zentrum verteilen. Genau das messen Streumaße.
Zwei Kurse - gleicher Mittelwert, verschiedene Streuung
In zwei Mathematikklassen wurden Tests mit diesen Punktzahlen geschrieben:
- Klasse A: 48, 50, 50, 51, 51 → Mittelwert 50
- Klasse B: 20, 30, 50, 70, 80 → Mittelwert 50
Beide Klassen haben denselben Mittelwert - doch die Situationen sind sehr verschieden. In Klasse A schneidet jeder ähnlich ab. In Klasse B gibt es starke Unterschiede: Einige verstehen den Stoff gut, andere gar nicht. Der Mittelwert verschleiert diesen Unterschied. Ein passendes Streumaß macht ihn sichtbar.
Spannweite - das einfachste Streumaß
Spannweite (Range)
Die Spannweite ist die Differenz zwischen größtem und kleinstem Wert:
R = x_\max - x_\minVorteile: schnell zu berechnen, anschaulich. Nachteil: reagiert extrem empfindlich auf Ausreißer. Ein einziger extremer Wert reicht, um die Spannweite enorm aufzublähen.
Spannweiten unseres Beispiels
- Klasse A:
- Klasse B:
Die Spannweiten zeigen deutlich, dass die Streuung in Klasse B zwanzigmal so groß ist.
Dies ist nur ein kurzer Auszug. Die vollständige Lektion mit interaktiven Übungen und Lernfortschritts-Tracking gibt es nach Einlösung eines Einschreibeschlüssels.